Z08 – Bergbauhisorische Wanderung Bochum-Dahlhausen

…zu den Ursprüngen des Bergbaus im Bochumer Süden. Wir wandern auf schönen Wegen an den Ruhrhöhen und nur kurz über meist kleinere Seitenstraßen. Vorbei an vielen Relikten aus 300 Jahren Bergbau, der hier mit vielen Kleinzechen stattfand. Daran erinnern am Wegesrand interessante Info-Tafeln.

Infos zur Tour
Länge
: ca. 7 km; Rundtour im Uhrzeigersinn; Höhendifferenz: 71 m; Gehzeit: ca. 2,5 Std.; Anforderungen: leicht, Wanderschuhe empfehlenswert
Ausgangspunkt: an der Ecke Kassenbergerstr./ Am Alten General, Parken am P+R Parkplatz Bahnhof Dahlhausen oder an der Straße. Haltestellen ÖPNV, Bahnhof Dahlhausen und „Herbergsweg“, Linien 357, 358.
Abstecher: Eisenbahnmuseum Dahlhausen; Dr.-C.-Otto- Straße 191, 44879 Bochum
Einkehr: Gaststätte Heinrichsbauer am Beginn und Ende der Tour, diverse Lokalitäten und Imbissstuben im Bereich der Dahlhauser Str. in der Mitte der Tour.
Autor: Klaus Brodowski, Eingestellt: 02/2015;
Aktualisiert: 02/2016




Sep 20, 2017 - Mi
Bochum Deutschland
Wind 3 m/s, WSW
Druck 765.07 mmHg
16°C
Überwiegend bewölkt
Luftfeuchtigkeit 62%
Wolken 40%

Klicke auf die Symbole um Informationen zur Route zu sehen.

Wegführung

In der Regel ist der Bergbauhistorische Wanderweg Dahlhausen sehr gut mit dem Zeichen „Schlegel und Eisen“ ausgeschildert, es gibt aber Lücken. Auf dem gesamten Rundweg sind sehr informative Info-Tafeln zum Thema Bergbau des „Bergmannstisch Bochum-Süd e.V.“ zu finden, deshalb wird hier auf eine weitere Beschreibung verzichtet. Weiterführende Informationen sind auf der Internetseite des oben genannten Vereins zu finden.
(WP1) Ausgangspunkt ist die Info-Tafel Nr. 1, „Mundloch des General-Stollen Nr. 2“ , an der Ecke Kassenbergerstraße/ Am Alten General, unweit der Gaststätte Heinrichsbauer an der Kassenberger Straße 16. Dort findet man an der Straße gut einen Parkplatz. Das alte Mundloch ist noch sehr gut am Bürgersteigrand zu sehen.
An der Straße Am Alten General biegen wir nun rechts in die Kassenbergerstraße und gehen weiter gerade aus, immer am Hangfuß entlang, in die Straße Im Stapel. Nach ca. 380 m erreichen wir die Info-Tafel Nr. 2, „Der Kern des Weitmarer Sattels“.(WP2)
Weiter geradeaus bis zur Straße Am Ruhrort. Dort kurz links herum bis zur Info-Tafel Nr. 3. Hier ist links vor dem Gebäude noch der „General Erbstollen Nr. 5 der Vereinigten Gewerkschaft General & Erbstolln“ gut zu sehen…..

…….Er ist vom Verein sehr schön freigelegt und restauriert worden. (WP3)Wir gehen wieder zurück zur Kreuzung und folgen dann wieder dem Zeichen „Schlegel und Eisen“, gehen bergauf auf dem kleinen Sträßchen Am Ruhrstein, bis wir nach ca. 100 m auf der rechten Seite die Info-Tafel Nr. 4 vorfinden. Hier war die „Kleinzeche Gockel & Niebuhr“. (WP4) Jetzt verlassen wir nach links die Straße, kreuzen den Bachlauf und folgen dem Wanderweg mit Zeichen „Schlegel und Eisen“ parallel des Bachlaufes. Nach ca. 300 m erreichen wir eine Wegkreuzung mit dem Hinweisschild Station 5, „Stollen Neu-Ruhrort“. (WP5) Hier gehen wir kurz links herauf, dem Schild „Sandkuhle Nr. 3“ folgend. Nach 40 m ist links noch gut eine Pinge zu erkennen. Dort wurde die Kohle direkt an der Oberfläche gewonnen. Wir gehen wieder zurück und an der Wegkreuzung links weiter bis zur Info-Tafel Nr. 6. Hier ist auch eine Schachtabdeckung des „Schacht Johannes der Vereinigten Gewerkschaft General & Erbstolln“ zu sehen. (WP6)
Weiter geradeaus bis zum Hinweisschild Station 7 und 8. Dort kreuzen wir nach rechts die Straße und gehen den Weg bergauf am Stahlmattenzaun entlang. Vorbei an einem bunt bemaltem Wurzelstock, den Wegabzweig links ignorierend und folgen geradeaus dem Wegweiser Station 7. Bald darauf erreichen wir die Info-Tafel Nr. 7. Hier war die Pinge „Kohlengräberloch“. (WP7)
Wenige Meter weiter bergauf und dann an der Wegkreuzung scharf nach links, bis wir nach ca. 200 m wieder die Wegkreuzung erreichen, an der wir vorher schon mal waren. Jetzt aber nicht links wieder zurück, sondern halbrechts, leicht bergauf weiter dem Weg folgen. Bald sieht man rechts die Info-Tafel Nr. 9, die den „Gewerkschafter Kohlenweg beschreibt“. (WP8)
Weiter geradeaus, am Schild Station 10, „Hof Scharpenseel“ vorbei. Schon bald erkennt man auf der rechten Seite die Info-Tafel Nr. 11, „Stollen und Halde Scharpenseelbänke“. (WP9)
Wir folgen dem Weg weiter, vorbei an einer Rot-Weißen Schranke. Danach wird der Weg zur Schluchtstraße. Hier fängt auch wieder die Bebauung an. Wir biegen links in die Scharpenseelstraße und folgen wieder dem Zeichen „Schlegel und Eisen“. Nach ca. 100 m gehen wir links für ungefähr 200 m entlang der Hasewinkeler Straße und sind dann an der Info-Tafel Nr. 12, „Schacht Golgatha“. (WP10)
Kurz darauf biegen wir rechts in den Höhenweg und folgen ihm bis kurz hinter Karl-Arnhold-Straße. Dann links in den Köllerholzweg und weiter rechts auf den Polterberg, immer dem Zeichen „Schlegel und Eisen“ folgend. Kurz hinter dem Höhenweg sehen wir das Schild Station 13, „Hof Köllermann“ (WP11)
Wir wandern weiter den Polterberg herunter. Nach ca. 300 m steht das Schild Station 14, „Schacht August“. (WP12)
Talwärts folgt bald die Info-Tafel Nr. 15/16. Hier war unweit die „Piärrewiesche“ also eine Pferdewiese für Grubenpferde. (WP13)
Nach wenigen Metern erreichen wir das ehem. Fördermaschinengebäude der „Zeche Hasenwinkel“ und kurz danach die zugehörige Info-Tafel Nr. 17. (WP14)
Kurz weiter bis zur Ecke Hasenwinkeler Straße bis zum Schild der Station 18, „Wetterschacht Zeche Hasewinkel“. (WP15)
Dort kreuzen wir kurz die Straße und nach weiteren ca. 150 m entlang der Hasenwinkeler Straße, wechseln wir rechts auf den parallel zur Straße verlaufenden Fußweg. Dort sehen wir schon die Info-Tafel Nr. 20, die den „Göpelschacht Theresia“ beschreibt der hier früher gewesen ist. (WP16)
Nach ca. 300 m auf dem Wanderweg erreichen wir die Info-Tafel für den Primus-Sprung (WP17)
Jetzt wenden wir uns nach rechts und gehen für ca. 80 m bergauf, bis wir links in die Straße Am Hedtberg abbiegen. Entlang der Straße sehen wir auf der Hangseite immer wieder Relikte aus der vergangenen Bergbauzeit. Verschlossene Stolleneingänge direkt an der Straße und im dahinterliegenden Waldgelände zu gemauerte Schachteingänge, die im 2. Weltkrieg als Schutzbunker gedient haben. An der rechts stehenden alten Kohlenlore vorbei, gehen wir weiter geradeaus auf der Straße Am Alten General und sind nach ca. 380 m wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung an der Info-Tafel Nr. 1 angelangt (WP1).

Schacht Geokoordinaten Teufbeginn -Verfüllung Teufe (m) 
Mundloch General-Stollen Nr.2
(Ver. Gew. General & Erbstolln)
51.427887, 7.143987 1790-1863
Mundloch General-Stollen Nr.5
(Ver. Gew. General & Erbstolln)
51.433070, 7.138431 1792-1850
Kleinzeche Gockel & Niebuhr 51.433922, 7.139451 1947-1950
Stollen Neuruhrort
(Zeche Neuruhrort)
51.436079, 7.141447 1769-1878; 1943-1960 140
Pinge Kohlengräberloch 51.437098, 7.148270 vor 1700
Schacht Johannes
(Ver. Gew. General & Erbstolln)
51.436953, 7.143717 1870-1875  181
Schacht Golgatha
(auch Schacht 3 genannt)
51.441785, 7.158809 1875-1929  132
Stollenschacht August 51.437925, 7.159838 1698-1888
Wetterschacht Zeche Hasenwinkel 51.434371, 7.163059 1888-1926
Göpelschacht Theresia 51.433219, 7.162145 1860-1865

In Dahlhausen sind an den Talhängen an vielen Stellen die angeschnittenen Kohlenflöze heute noch gut sichtbar. Die kohleführenden Schichten wurden durch die Ruhr und deren Zuläufe über Jahrhunderte freigelegt. Schon sehr früh wurde die Kohle von den seinerzeit hier lebenden Menschengefunden. Dies wurde durch die Morphologie und Geologie des Geländes rund um Dahlhausen begünstigt, da die Karbonschichten im Raum Dahlhausen fast gar nicht vom Deckgebirge überlagert sind. Die auf dem Acker gefundene Kohle wurde zuerst einmal nur für den Eigenbedarf abgebaut.
Schon um 1700 wurde auf den Höhen von Dahlhausen durch den Bauern Heinrich Köllermann und seinen „Consorten“ die Kohle gezielt abgebaut. Dies wurde mit dem Stollenschacht August begonnen. Erste Flözfeldzeichnungen und die Grubenfeldzeichnung „General“ durch Freiherrn Franz Sigismund, General der Fürstbischöfe von Münster, erfolgte gegen 1715. Die Freiherren von Elverfeldt haben dann um 1760 in der „Berechtsame General“ mit dem Kohleabbau begonnen. Leicht konnten die zu Tage tretenden Flöze durch Stollen erschlossen werden.
Ab ca. 1740 wurde der Bergbau im Dahlhauser Bereich stark durch die Einrichtung des Märkischen Bergamtes zu Bochum vorangetrieben. Es folgten viele „Verleihungen von Abbauberechtigungen“ so genannte „Mutungen“.
Viele kleine Zechen wie „Glocke“, General Erbstollen“, Gewerkschaft Neu-Ruhrort“ oder „Mechel“ sowie verschiedene Stollen wie „Hasenwinkeler Stollen“, „Sonnenscheiner Erbstollen“, „Sonnenscheiner Stollen“ und „General Stollen Nr.2“ entstanden in den Jahren danach. Ende des 18. Jahrhunderts folgte eine erste Zusammenarbeit der verschiedenen Betreiber der Stollen.
Es entstanden zum einen der „General-Himmelscroner Erbstollen“ und zum anderen die „kombinierte Steinkohlenzeche Hasenwinkel und Sonnenschein“.
Gegen 1835 waren dann alle Bergbaubetriebe im Bereich Dahlhausen „konsolidiert“, also zusammengeschlossen.
Der Kohleabbau in den Tiefbauzechen wie „Neu-Ruhrort“ endete erst gegen 1960. Später wanderte der Steinkohlenbergbau weiter nach Norden. Einige Grubenfelder des Dahlhauser Bergbaus wie Teile der Zeche Hasenwinkel, wurden später von der nördlich gelegenen Zeche „Friedlicher Nachbar“ übernommen. Heute noch wird Grubenwasser von der Zeche „Friedlicher Nachbar“ gefördert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.