Z17 – Zechen rund um den Baaker Berg in Bochum-Sundern

Die Tour rund um den Baaker-Berg führt uns über die Ruhrhöhen meist durch bewaldete Bereiche bis ins Ruhrtal im südlichen Bochum und zurück zum Ausgangspunkt. Entlang des Weges sind Infotafeln zum Thema sowie noch viele Zeichen der Kleinzechen des frühen Ruhrbergbaus zu sehen. Der Schacht Friedlicher Nachbar, Schacht 2 ist der letzte verbliebene Schacht in Bochum und wird weiterhin als Wasserhaltungsstandort genutzt..

Infos zur Tour
Länge
: 8 km; Rundtour; Höhendifferenz: 100 m; Gehzeit: ca. 2,5 Std.;
Anforderungen: leicht, Wanderschuhe empfehlenswert
Ausgangspunkt: Öffentlicher Parkplatz an der Ecke Blankenheimer Str./Papenloh, 44797 Bochum, Koordinaten für das Navi: 51.429923, 7.192710
Haltestellen ÖPNV: Haltestelle Breukerholz, Blankensteiner Str. 147, Bus, Linie 353
Abstecher: Sternwarte Bochum, Blankenheimer Str. 200, 44797 Bochum
Einkehr: Forellenhof Bochum, Blankenheimer Str. 357, 44797 Bochum, (Montag und Dienstag Ruhetag) ÖZ: 11-18 Uhr.
Restaurant Waldhaus, Am Bliestollen 44, 44797 Bochum  (Montag und Dienstag Ruhetag) ÖZ: 15-24 Uhr     
Autor: Klaus Brodowski, Eingestellt: 11/2016; Aktualisiert: –




Sep 20, 2017 - Mi
Bochum Deutschland
Wind 3 m/s, WSW
Druck 765.07 mmHg
16°C
Überwiegend bewölkt
Luftfeuchtigkeit 62%
Wolken 40%

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Wegführung
Wir starten auf dem öffentlichen Parkplatz am Papenloh Ecke Blankenheimer Straße und verlassen den Parkplatz über die Straße Papenloh und folgen dem Fußweg bergan Richtung Wildgehege. Nach ca. 160 m erreichen wir eine Weggabelung mit einer Infotafel für den ehemaligen Wetterschacht Ostholz der Zeche Friedlicher Nachbar. Wir gehen kurz nach links und erreichen nach wenigen Metern das heute als Wohnhaus dienende Gebäude des ehemaligen Wetterschacht Ostholz der Zeche Friedlicher Nachbar (WP 1). Zurück auf dem Fußweg folgen wir diesem erst kurz links dann rechts bis nach ca. 180 m ein kleiner Stichweg zur Blankenheimer Straße führt. Diese überqueren wir und folgen dem Weg  nach links. Nach ca. 65 m erreichen wir die nächste Weggabelung. Wir nehmen den Weg nach rechts und gehen bergab. Wir lassen uns nicht von dem Schild Reitweg irritieren und folgen diesem weiter bergab. Nach ca. 550 m erreichen wir eine Weggabelung mit einer sehr hohen Tanne (WP3). Diese lassen wir links liegen und folgen dem Weg. Am Wegesrand sind hier und da Pingen aus der Frühzeit des Steinkohlenbergbaus zu sehen. Bald erreichen wir die Straße Am Bliestollen mit einer großen Infotafel über den frühen Ruhrbergbau. Im unmittelbaren Umfeld waren früher die Zechen Preußischer Zepter (Maschinenschacht) (WP4), Zeche Sankt Georgen Oberstollen (WP5) und Zechen Carl Friedrich Erbstollen (Maschinenschacht) (WP6). Wir folgen der Straße bergab und erreichen nach wenigen Metern den restaurierten Malakowturm der Zeche Brockhauser Tiefbau (1853-1912) (WP7). Vor dem Turm sind auch ein Teufkübel und zwei Loren zu sehen. Gegenüber dem Malakowturm war der Stollen Preußischer Zepter (WP8). Wir folgen weiter dem parallel der Straße verlaufenden Fußweg bergab. Rechts sehen wir bald die Infotafel für den „Alten Stollen“ (WP9), der hier um 1700 war. Die nächste Infotafel beschreibt die um 1827 entlang der Straße Am Bliestollen verlaufende Bergbau-Pferdebahn (WP10), die im Jahre 1855 zur „Eisenbahn“ wurde und bis zur Henrichshütte am andern Ruhrufer führte. Am Ende des Fußweges überqueren wir die Straße (WP11) und folgen auf dem Kopf stehendem Zeichen „Schlägel und Eisen“. Kurz darauf sehen wir eine weitere Infotafel. Sie beschreibt den Bleierz- Stollen von Stiepel (vor 1627). Wir folgen dem „Schlägel und Eisen“ Zeichen nach rechts und sind wieder an der Blankenheimer Straße, der wir nach links folgen. Bald darauf ist links der Abzweig zum Forellenhof. Dort bietet sich nach der Hälfte der ……………

…………..Runde eine Einkehr an.  Nach ca. 450 m auf der schmalen, wenig befahrenen Asphaltstraße kommt ein Abzweig nach rechts. Wir folgen der Rauendahlstraße, auf der auch der Ruhrtalradweg Richtung Essen verläuft. Direkt an der Ecke war die Zeche Sankt Georg Erbstollen (WP14). Nach ca. 500 m sehen wir die Infotafel für die Zeche Treue, Tiefer Stollen, 1795 – 1810 (WP15) und nach weiteren ca. 550 m die Infotafel für die Zeche Sanct Mathias Erbstollen 2, 1852- 1932 (WP16). Hier ist ein sehr schön restauriertes Stollenmundloch sowie eine Haspel zu sehen. Nach gut 900 m biegt der Ruhrtalradweg nach links ab und wir können in den Ruhrauen die Fläche des alten Kohleniederlagers sehen (WP17). Wir folgen der Rauendahler Straße nur noch kurz bis vor das Ortsschild „Hattingen“, links lag die Zeche Sankt Mathias Erbstollen (WP18) und nehmen nach rechts bergan den kleinen Weg. Hier ist das Zeichen „zwei liegende schwarze Balken“ (Geopfad Ruhr) am Baum zu sehen. Schon nach ca. 150 m erreichen wir die Grubenwasser-Klärteiche der Zeche Friedlicher Nachbar (WP19). Wenig später sehen wir links oben ein großes Widerlagerfundament der ehemaligen Kohlenseilbahn der Zeche Friedlicher Nachbar (WP20). Diese führte bis zur auf der anderen Ruhrseite liegenden Henrichshütte. Der Vorläufer war um 1870 die hier verlaufende Trasse des „Kohlen-Schiebeweges“ (WP21). Bei den rotweißen Stahlpöllern geht es später rechts weiter. Zuerst aber gehen wir noch ca. 150 m weiter zur Zeche Friedlicher Nachbar (WP22), die heute noch als Wasserhaltungsstandort der RAG Aktiengesellschaft genutzt wird. Einige Gebäude und das Schachtgerüst sind gut zu sehen. Nebenan war die Zeche Friedlicher Nachbar Schacht Baaker Mulde (WP23). Zurück an der Weggabelung mit den rotweißen Pöllern gehen wir bergauf. Kurz darauf geht es links ab in einen kleinen Pfad, der uns nach wenigen Metern zum restaurierten Stollenmundloch „Dickebaeckerbank“ (WP24) führt. 1764 wurde es aufgefahren und wurde bis 1811 genutzt. Zurück auf dem Weg gehen wir weiter bergan. Bald erreichen wir die Obernbaakstraße, hier war der Förderschacht der Zeche Dickebaeckerbank (WP25). Wir gehen nur wenige Meter nach links bis zum Abzweig mit der Straße „Auf der Krücke“. Dieser Straße folgen wir nach links, sie wird zu einem Saumpfad und wir kommen bald zu einem Kotten auf der linken Seite. Vor dem Haus steht auf der Wiese ein sogenannter „Lochstein“ (WP26), der im Jahr 1769 aufgestellt worden ist. Er diente früher zur Vermessung der Grubenfelder. Er war eine Begrenzung des Grubenfeldes der Zeche Noeckerbank und steht heute unter Denkmalschutz. Wir folgen weiter dem Pfad. Dieser wird wieder zur einem Weg und wir erreichen nach ca. 300 m links unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz am Papenloh.

Schacht Geokoordinaten Teufbeginn – Verfüllung Teufe (m)
Wetterschacht Ostholz, Zeche Friedlicher Nachbar 51.431204°,7.191537° 1900 – 1961  543
Zeche Preußischer Zepter, Maschinenhaus 51.43195°, 7.2032° 1853 -1876
Zeche Sankt Georgen Oberstollen, Maschinenschacht 51.432286°,7.203919° 1780 -1790 Länge 250 m
Zeche Friedrich Erbstollen, Maschinenschacht 51.432619°,7.203931° 1852 -1873  45
Zeche Brockhauser Tiefbau 51.431211°,7.204717° 1873 -1912 154
Zeche Sankt Georgen, Erbstollen 51.422775°,7.210303° 1772 -1775
Zeche Treue, Tiefer Stollen 51.423917°,7.203131° 1795 -1810
Zeche Sanct Mathias  2 Erbstolln 51.423111°,7.195244° 1852
Friedlicher Nachbar, Schacht 2 51.4261°, 7.17794° 1899 – heute noch in Betrieb 809
Stollenmundloch Dickebaeckerbank 51.42494° 7.18244° 1764 -1811
Förderschacht Zeche Dickebaeckerbank  51.42591° 7.18804°  1677 -1811
Zeche Baaker Mulde (Johann Friedrich) 51.426215°,7.178955° 1855 -1961 602

Schon weit vor 1700 wurde in diesem Bochumer Bereich durch die hier offen zu Tage tretenden Flöze Steinkohlenbergbau betrieben. Zu den ersten Zechen gehörte die Zeche Treue (WP15), die exemplarisch für viele Kleinzechen im Ruhrtal seht. Hier wurde ab 1700  das Flöz Sonnenschein oberflächennah abgebaut. Der Abbau erfolgte vorwiegend im Stollenabbau. Die Stollen wurden in nördlicher Richtung in den Berg getrieben. Diese dienten zur Förderung der Kohlen sowie zur Entwässerung der Stollen. 1749 erhielten die „Gewerken“ Hermann Dellmann, Johannes Dietrich Striebeck, Jeremias Treuer und Ebert Ostermann das Feld „Treue“. Doch der Abbau der Kohle brachte auch Probleme mit sich. Wie bringt man die Kohle vom Stollen weg zu den Abnehmern? Die Kohlen mussten irgendwie zur Ruhr transportiert werden, von wo sie dann mit so genannten „Ruhraaken“ auf dem Fluss abtransportiert wurden. Zuerst wurden im 18. Jahrhundert Schiebewege zur „Kohleniederlage an der Kost“ eingerichtet. Jahre später wurden diese Schiebewege zu „Bergbau-Pferdebahnen“. Hölzerne Wagen wurden zuerst auf Holzschienen und später auf mit Eisen belegten Holzschienen von Pferden gezogen. Das war wohl wirklich Deutschlands erste „Eisenbahn“. Ab 1872 wurden die Pferde „in Pension“ geschickt und durch Lokomotiven ersetzt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde anstelle der Bahn eine Seilbahn gebaut, die die Kohle direkt zu den Stahlwerken der „Henrichshütte“ ans andere Ruhrufer transportierte. Im Laufe der Jahrhunderte kamen viele kleine Zechen in diesem südlichen Bereich von Bochum hinzu. Der Steinkohlenbergbau ist heute noch mit der Zeche Friedlicher Nachbar lebendig. Am Standort Friedlichen Nachbar Schacht 2 (WP22) wird heute noch von der RAG AG Grubenwasser gehoben.