Z16 – Knappenhalde und Zeche Oberhausen

Kurze Rundwanderung auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Oberhausen mit den Schächten 1 und 2 sowie ein Aufstieg zur Knappenhalde vorbei an skurrielen Industriekunstwerken und Zechen-typischen Überresten. Das Haldentop mit der Aussichtsplattform bietet einen herrlichen Ausblick vor allem auf das „Neue Oberhausen“ mit dem Centro, der Arena und dem Gasometer.

Infos zur Tour
Länge
: ca. 4 km; Rundtour ; Höhendifferenz: 55 m; Gehzeit: ca. 1,5 Std.; Anforderungen: leicht
Ausgangspunkt: Zeche Oberhausen
Haltestellen ÖPNV: Zeche Oberhausen
Abstecher: Gasometer Oberhausen
Einkehr: „In Hostel Veritas“
Autor: Klaus Michels, Eingestellt: 11/2016; Aktualisiert: 00/0000

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Nov 18, 2017 - Sa
Oberhausen Deutschland
Wind 4 m/s, SW
Druck 761.31 mmHg
6°C
Überwiegend bewölkt
Luftfeuchtigkeit 100%
Wolken 75%

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Wegführung

Wir starten unsere Wanderung am Parkplatz des „In Hostel Veritas“ an der Essener Straße. Vorbei an den Schächten, beziehungsweise den Ausgasungsrohren der Zeche Oberhausen 1 und 2 und den alten Werkstattgebäuden geht’s zur Knappenstraß. Diese überqueren wir und nun beginnt die Umrundung und der Aufstieg zur Knappenhalde. Im Volksmund auch „Monte Schlacko“ genannt. Entlang der Bahntrasse laufen wir gegen den Uhrzeigersinn um die Halde.

Vorbei am Eingang zum ehemaligen Luftschutzstollen und den seltsamen gusseisernen Köpfen geradewegs bis zur Schrebergartenanlage, welche uns hier nicht weiter interessiert. Wir wandern ein kleines Stück zurück bis zum Abzweig nach rechts zum eigentlichen Haldenaufstieg. Der Weg ist mit Pflastermotiven verschiedenster Art gekennzeichnet. Immer den Pfeilen folgend erreicht man die stählerne Aussichtsplattform kurz unterhalb des Haldentops. Von hier oben hat man einen tollen Überblick über Oberhausen, der „Neuen Mitte“ bis hin nach Duisburg, Mülheim und Essen. Zum Gipfel sind es nur wenige Meter und nach einer Kehrtwende führt der Weg wieder hinunter. Verlaufen kann man sich hier eigentlich nicht. Es geht immer bergab bis wir die Knappenstraße erreichen. Links wandern wir zum Ausgangspunkt, der Schachtanlage Zeche Oberhausen zurück.

Das „In Hostel Veritas“ läd zum Abschluss zur Stärkung des leiblichen Wohles in den Biergarten ein.

Schacht Geokoordinaten Teufbeginn – Verfüllung Teufe (m)
Oberhausen 1 51.48219;6.884466 1855 715
Oberhausen 2 51.481977;6.885392 1855 608

Zeche Oberhausen:

Nachdem sich 1847 lokale Unternehmer um die Verleihung des Grubenfeldes der späteren Zeche Oberhausen bemühten, kaufte Franz Haniel 1853 das Grubenfeld zur Deckung des Kohlebedarfs der GHH (Gutehoffnungshütte).

Der Teufbeginn der Schächte 1+2 erfolgte 1854/1855 unter dem Namen Zeche Königsberg. Drei Jahre später wurde die Förderung unter neuem Namen Zeche Oberhausen aufgenommen. Durch schwierige geologische Verhältnisse und durch unsachgemäße Verwendung von Sprengstoff kam es immer wieder zu Seilfahrtsunglücken.

Die Schächte wurden 1908/1912 verfüllt und anschließend wieder neu abgeteuft. Die beiden ca. 30 Meter hohen Malakofftürme wurden durch stählerne Strebengerüste ersetzt.

Ihre höchste Jahresförderung hatte die Zeche 1902 mit 709.000 Tonnen. Mit einer Teufe von 709 m wurde die 8. Sohle erreicht. 1913 war die Belegschaft bei 2336 Bergleuten. Nach dem 1. WEeltkrieg sank die Förderung und als Folge der Weltwirtschaftskrise wurde sie 1931 eingestellt.

1934 begannen die Arbeiten zur Umwandlung der Zeche in ein Schaubergwerk; welches zum 125. Jubiläum der GHH 1935 mit einer großen Werksausstellung eröffnet wurde. Hauptattraktion war ein Kinosaal in 609 m Tiefe mit maximal 100 Besuchern. Nach dem Krieg nahm das Schaubergwerk 1948 den Betrieb eingeschränkt wieder auf. Bedingt durch die Bergbaukrise stellte das Unternehmen den Betrieb am 30. September 1959 entgültig ein.

Zwischen 1960 und 1963 wurden die Schächte verfüllt und die meisten Tagesanlagen abgerissen.Die Hüttenwerke Oberhausen nutzten die Flächen zur Errichtung neuer  Verarbeitungsanlagen für  Stahlerzeugnisse. Das Gelände dient seit Ender der 1980er Jahre als Gewerbegebiet. Die Halle 3 wird als Konzert- und Festhalle genutzt. Das westliche Torhaus wurde in ein Hostel umgewandelt, das Gästen eine Unterkunft und Gastronomie anbietet.