Z12 – Osterfelder Schächte

Radwanderung in der nördlichen Hälfte Oberhausens als Rundweg zwischen den alten Schächten des Bergwerks Osterfeld+Sterkrade.
Vom Startpunkt „Zum Hirschkamp“geht in westliche Richtung zum Nordschacht. Weiter teilweise über Feldwege und durch den Sterkrader Wald zum Schacht Hugo Haniel. Über die HOAG-Trasse radelt es sich locker an den Sterkrader Schächten vorbei zur Hauptschachtanlage, dem Bergwerk Osterfeld an der Vestischen Straße. Wir fahren über das „Olga-Gelände“ zur „Antonyhütte“ , der Wiege der Ruhrindustrie. Nach einem Abstecher zum ehemaligen Wetterschacht Osterfeld 4 geht es durch den Antonypark zum Volksgolfplatz Jacobi. Das Radwegenetz führt uns an der Halde Haniel vorbei zum Ausgangspunkt.

Infos zur Tour
Länge
: c.: 25 km; Rundtour ; Höhen: min./max.= 30/80 m ü. NN., reine Fahrzeit: : ca. 2,5 Std.; Anforderungen: leichte Radtour
Ausgangspunkt: PKW: Oberhausen, Parkplatz gegenüber Haltestelle Hirschkamp.
Haltestellen ÖPNV: „Hirschkamp“, Linie 960 des VRR
Abstecher: St. Antony-Hütte, LVR-Industriearchäologischer Park
Einkehr: Golfplatz Jacobi, Jacobistraße 35, 46119 Oberhausen; China-Restaurant Bambus-Garten an der Halde Haniel, Oberhausen, Kirchhellener Straße 319
Autor: Klaus Michels, Eingestellt: 06/2012; Aktualisiert: 03/2016




Nov 18, 2017 - Sa
Oberhausen Deutschland
Wind 4 m/s, SW
Druck 761.31 mmHg
6°C
Überwiegend bewölkt
Luftfeuchtigkeit 100%
Wolken 75%

Hier den Shortcode vom Wetter Plugin „wcp_weather “ einsetzen.

Klicke auf die Symbole um Informationen zur Route zu sehen.

Wegführung

Ausgangspunkt (WP1) ist der Parkplatz am Höhenweg, Haltestelle Hirschkamp.
Wir starten in westliche Richtung, lassen die Gaststätte Zum Hirschkamp links liegen, überqueren die Lickumstraße und radeln die Nebenstraße Zum Ravenhorst in Richtung Gabelstraße bis zum ehemaligen Nordschacht (WP2).
Nachdem wir die Gabelstraße am Fußgängerübergang überquert haben geht es bergab, unter der A3 bis Zum Steinacker. Hier biegen wir links ab und begleiten die Autobahn teils über Feldwege Am Tüsselbeck durch einen kleinen Park an den Sporthallen vorbei bis zur Neuköllner Straße/Kiesweg. Den Kiesweg folgen wir bis zum Ende, überqueren den Buchenweg und fahren weiter parallel zur A3 bis zum Bürgermeisterweg (WP3). Rechts geht’s nun weiter durch den Stadtwald bis zur Hiesfelder Straße (WP4). Wir biegen links ab um uns nach ca. 30 Metern wieder rechts in den Wald zu schlagen (Vorsicht- Die Abfahrt ist steil und bei Nässe rutschig!).

An der Weseler Straße fahren wir rechts, überqueren die DB-Gleise (Schranke) um nach ca. 150 m links in ein kleines Waldstück zu verschwinden (WP5). Hier befand sich die ehemalige Schachtanlage Hugo Haniel. Der geschotterte Weg führt uns nun zur HOAG-Trasse auf die wir unterhalb der Autobahnbrücke (GHH-Brücke A3) links in Richtung Sterkrade auffahren (WP6).
An den Schächten Sterkrade 1+2 geht es vorbei zur Van-Trotha-Straße. Wir biegen nach links ab wechseln die Straßenseite und folgen nach ca. 150m rechts dem weiteren Verlauf der HOAG-Trasse. Auf der ehemaligen Bahnlinie genießen wir den Ausblick über Sterkrade. Wir verlassen die Rad-Trasse am Bahnübergang an der Rosastraße und biegen links ab. Durch landwirtschaftlich genutztes Grün folgen wir dem Straßenverlauf und biegen links in die Rothofstraße bzw. Eichenstraße ein. Am Werksparkplatz der MAN-Werke geht es bis zur L-511/ Wertfeldstraße. Es geht rechts, unterhalb der A516 in Richtung Osterfeld bis wir die Olga- Park-Brücke erreichen. Auf der rechten Seite gibt es eine sanft ansteigende Rampe zur Brücke bzw. zur Bus- und Straßenbahntrasse des VRR (WP7). Nachdem wir die Fuß-und Radbrücke überquert haben (WP8) befinden wir uns bereits mitten auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks und der Kokerei Osterfeld (Garten Osterfeld). Den heutigen Erhaltungszustand des Areals haben wir der Landesgartenschau „Olga“ Ende des letzen Jahrtausends zu verdanken. Vom (WP8) geht es bequem über die alte Bahntrasse in Richtung Golfplatz Jacobi. Nach ca. 3 Km verlassen wir den Radweg an der Harkortstraße (WP9) um einen Abstecher zum Schacht IV und der Antony-Hütte zu machen. Harkortstraße rechts bis Vogesenstraße links ab bis Klosterhardter Straße links bis Elpenbachstraße, diese überqueren und über Hasenstraße rechts zur Antoniestraße. Hier biegen wir rechts ab und sehen bereits den Industiearchäologischen Park mit der Antony-Hütte (WP10) – der Wiege der Ruhrindustrie. Zum Schacht Osterfeld IV folgen wir der Antoniestraße und biegen nach wenigen Metern links zum Dörnbusch ein. Wir fahren direkt auf den Förderturm der ehemaligen Schachtanlage zu (WP11). Zurück zur Antoniestraße radeln wir durch den Antonypark in Richtung Golfplatz Jacobi (Radwege sind ausgeschildert). Nach einer kleinen Stärkung an der Golfplatz-Restauration (WP12) geht es weiter über den Rotbach-Radweg in Richtung Halde Haniel. Wir folgen der alten Zechenbahntrasse, unterqueren die A2 und radeln bis zur Kreuzwegbrücke an der Halde Haniel. Am Haldenfuß folgen wir dem teilweise matschigen Weg bis zum Parkplatz an der Kirchhellener Straße (WP13). Wer noch Luft und Laune hat kann die Halde mit ihrem Kreuzweg und dem Amphitheater bezwingen. Die Einkehr im China-Restaurant „Bambus-Garten“ ist zu empfehlen. Nachdem wir rechts der Kirchhellener Straße 150 Meter gefolgt sind, überqueren wir diese und biegen in die Everslohstraße ein um ihr bis zur Königshardter Straße zu folgen. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten zum Startpunkt Hirschkampparkplatz zu gelangen. Wir empfehlen noch einmal in den Hiesfelder Wald einzutauchen und rechts über Königshardter und links ein kurzes Stück über die Pfalzgrafenstraße, dann rechts zur Immenstraße bis in den Wald dem Wegverlauf ca. 800 Meter bis zur ersten Wegkreuzung (Bruckmannsweg) links zum Höhenweg zu radeln.

Schacht Geokoordinaten Teufbeginn – verfüllt
Teufe (m)
Osterfeld Schacht 1 51.502647,6.874107 1874-1993 980
Osterfeld Schacht 2 51.502797,6.875570 1898-1969  780
Osterfeld Schacht 3 51.503137,6.858879 1903-1993  1250
Osterfeld Schacht 4 51.502647,6.874107 1912-1993  816
Sterkrade Schacht 1 51.519526,6.834618 1897-1996  1250
Sterkrade Schacht 2 51.520101,6.834169 1902-1996  1000
Hugo Haniel 51.529344,6.815183 1899-1993  755
Nordschacht 51.553295,6.817384 1963-2007  1285

Schacht 1 der Zeche Sterkrade wurde 1897 abgeteuft, ab 1903 wurde Kohle gefördert. Das personell stärkeste Jahr war 1922 mit 2.850 Kumpel. Die Koksproduktion erreichte 1924 ihren Höhepunkt mit 312.000 Tonnen. 1929 wurde die meiste Kohle gefördert: 663.000 Tonnen.
Am 31. Januar 1933 stellte die Schachtanlage die Förderung ein. Der Grubenbetrieb wurde da an die Zeche Osterfeld angegeliedert. Schacht 1 diente weiterhin zur Bewetterung, Materialförderung und zur Seilfahrt. Nach dem Verbund der Zechen Lohberg und Osterfeld im Jahre 1989, wurde der Übertagebetrieb der Schachtanlagen Sterkrade 1/2 schließlich im Frühjahr 1994 eingestellt. Schacht 1 wurde im gleichen Jahr verfüllt.
Das Fördergerüst zählt zu den wenigen erhaltenen dreibeinigen Strebengerüsten im Ruhrgebiet. Es nahm vier nebeneinander liegende Seilscheiben auf, von denen noch zwei erhalten sind.
Das filigrane, in Fachwerkbauweise gefertigte Gerüst ist mit einer Schachthalle verbunden, die 1903 als massiver dreigeschossiger Backsteinbau errichtet wurde und mit ihrer historistischen Fassade an die Malakowtürme des 19. Jahrhunderts erinnert. Im Inneren der Schachthalle erreicht man die Hängebank über eine Stahltreppe, die noch zur ursprünglichen Ausstattung gehört.
Der alte Backsteinbau mit dem Fördergerüst, an dem der Zahn der Zeit genagt hat, wurde im Jahre 2014/15 hergerichtet und saniert. Dies ist alles, was von Schacht 1 der ehemaligen Zeche Sterkrade an der Von-Trotha-Straße übrig geblieben ist.
Eigentümer des Schachts ist seit 1997 die Stiftung Industriedenkmal und Geschichtskultur in Dortmund.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.