Z05 – Haniel und Schöttelheide in Oberhausen/Bottrop

Die Haldenwanderung führt von Oberhausener Seite auf die Halde Haniel mit herrlichen Weitsichten ins umliegende grüne Ruhrgebiet. Dort befinden sich das Bergtheater, „Totem“-Skulpturen und der Altar mit dem Spurlattenkreuz. Von der Halde herunter geht es über den bekannten Kreuzweg mit Bergbaurelikten an den Stationen, dann weiter südwestlich an der Schachtanlage Franz-Haniel vorbei durch bewaldetes Gebiet zur Halde Schöttelheide, die wir zur Hälfte gegen den Uhrzeigersinn umrunden. Durch heideähnliche Gebiete erreicht man die „Grafenmühle“ mit seinen vielen Einkehr- und Freizeitangeboten. Über den nordwestlichen Randweg der Halde Schöttelheide und dem westlichen der Halde Haniel geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Infos zur Tour
Länge: ca. 15km; Höhendifferenz:102 m; Gehzeit: ca. 3,5 Std.; Anforderungen: mittel;
Ausgangspunkt: Parkplatz an der Kirchhellener Straße 319 in Oberhausen am Fuße der Halde Haniel an den Hinweistafeln zum Kreuzweg (gegenüber Restaurant Bambus Garten). Einkehr: Restaurant Bambus Garten Nähe des Ausgangspunktes; Viele Einkehrmöglichkeiten im Bereich der „Grafenmühle“.
Sehenswürdigkeiten: „Totem“-Skulpturen, Bergtheater und Altar des Kreuzweges Haniel auf der Halde Haniel. Der Kreuzweg an der Südseite der Halde Haniel mit den Bergbaurelikten an den einzelnen.
Autor: Klaus Brodowski, Eingestellt: 10/2012
Aktualisiert: 03/2016




Nov 18, 2017 - Sa
Königshardt Deutschland
Wind 4 m/s, SW
Druck 761.31 mmHg
6°C
Überwiegend bewölkt
Luftfeuchtigkeit 100%
Wolken 75%

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Wegführung

Diese abwechslungsreiche Tour führt fast ausschließlich über Wanderwege und eine heideähnliche Natur. Die Haldenwanderung beginnt an der Städtegrenze Oberhausen/Bottrop am Fuße der Halde Haniel auf Oberhausener Seite. Der Parkplatz befindet sich unmittelbar an der Kirchhellener Straße, gegenüber dem Restaurant Bambus Garten. Die Haltestelle des VRR ist nur ca. 150 m von hier entfernt. Am (WP01), kurz hinter der Infotafel nehmen wir links den Weg mit dem Hinweis „Kreuzweg“. Diesem folgen wir serpentinenartig immer bergauf. Es können aber auch andere Wege nach oben genommen werden. Alle führen irgendwie zum Haldentop (WP02). Dort angekommen, stößt man auf einen breiten Fahrweg. Jetzt wendet man sich nach links und geht weiter bergan. Hier sieht man rechts oben schon die „Totem“-Installation, geschaffen vom baskischen Bildhauer Agustín Ibarrola. Die Installation besteht aus über einhundert bunten Bahnschwellen. Vom Fuße der „Totems“ können wir auf das Bergtheater herunter sehen. Jetzt sind wir am höchsten Punkt der Halde. Bei gutem Wetter hat man von hier einen herrlichen Weitblick über die Landschaft und ins gesamte Ruhrgebiet. Gut erkennt man nordöstlich die benachbarte Halde Schöttelheide und den Schachtstandort Prosper IV, Schacht 9, östlich liegt die Nahe Schachtanlage Franz-Haniel mit dem markanten Doppelbock-Schachtgerüst. Wir gehen jetzt südlich zum Altar des Kreuzweges mit dem Spurlattenkreuz. Von dort wählen wir den Haldenabstieg über den bekannten Kreuzweg. Ihn flankieren 15 Stationen mit Bergbaurelikten, die vom Bergwerk Prosper-Haniel und seinen damaligen Auszubildenden im Jahre 1995 realisiert wurden.

Unten angekommen (Schranke links) geht es links über eine hölzerne Fußgängerbrücke (WP04). Diese führt über die Werksstraße des Bergwerkes. Bald erreichen wir die neue Leitwarte und den Belegschaftsparkplatz (WP05) und wandern südwestlich an der Schachtanlage Franz-Haniel vorbei. An der Hauptzufahrt der Anlage angelangt, kann man sehr schön das markante Doppelbock-Schachtgerüst des Schachtes Franz Haniel 2 sehen. Auf der Hauptzufahrt (WP06) gehen wir nach rechts bis zur Fernewaldstraße. Nun wenden wir uns nach links und wandern auf dem Wanderweg (Bezeichnung X11, KLW) durch bewaldetes Gebiet zur Halde Schöttelheide. An der 2. Hinweistafel (WP07) schwenken wir nach rechts und nehmen direkt links den Haldenrandweg (ab hier Bezeichnung A1) der Halde Schöttelheide, der sich sehr schön dem Verlauf des Haldenfußes anpasst. Wir umrunden die Halde zur Hälfte gegen den Uhrzeigersinn, vorbei am Regenrückhaltebecken (WP08). Von der nördlichen Spitze der Halde (WP09) kann man gut das Schachtgerüst vom Schacht Prosper IV, Schacht 9 sehen. Hier verlassen wir den Haldenrandweg und wandern durch sehr schöne, heideähnliche Gebiete (Wegbezeichnung A1). Am (WP10) geht es links weiter in eine kleinen Pfad (Wegbezeichnung A1) bis zur Straße „Zur Grafenmühle“ (WP11). Bald darauf erreichen wir die „Grafenmühle“. Dort wird dem Wanderer sehr viel geboten. Vom Minigolfplatz über einen Angelteich bis zum Bikertreff, ist fast alles dabei. Für das leibliche Wohl ist vom Stehimbiss bis zum Restaurant für jeden Geldbeutel etwas zu finden. Wir biegen jetzt nach links in den Alten Postweg (kleine Straße, Bezeichnung A1, X11, X22) und nach ca. 150 m am (WP12) links ab (ab hier ohne Bezeichnung) zu einem Angelteich. Am Teich (WP13) angekommen, direkt nach rechts durch das Törchen im Zaun bis zum (WP14), ab hier weiter links halten und bis zum Haldenrandweg (WP15). Jetzt rechts für ca. 250 m über den Haldenrandweg der Halde Schöttelheide, dann nach rechts schwenken und weiter geradeaus. Wir queren die Straße Am Gutshof. Weiter geradeaus (ohne Bezeichnung) an der Schranke links vorbei und am Pumpwerk mit dem Regenrückhaltebecken über den westlichen Haldenrandweg der Halde Haniel. Über diesen Weg (WP16) geht es jetzt schnell wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Schacht Geokoordinaten Teufbeginn – Verfüllung Teufe (m)
Franz Haniel Schacht 1 51.54383°, 6.88076° 1921- der Schacht ist offen 786
Franz Haniel Schacht 2 51.54456°, 6.88088° 1922- der Schacht ist offen  1077
Prosper IV, Schacht 9 51.56697°, 6.90592° 1958- der Schacht ist offen  1013

Im 19. Jahrhundert hat die Gutehoffnungshütte die Feldbesitze „Neu-Oberhausen“ erworben. Diese erstreckten sich auch auf das heutige Oberhausen- Königshardt. 1919 begannen die Bauarbeiten für die Tagesanlagen der Schachtanlage „Neu-Oberhausen“, wie die Schachtanlage Franz Haniel bis 1937 hieß. 1921 war der Teufbeginn für Schacht 1. Dem folgte 1921 der von Schacht 2. In den Kriegsjahren des 2. Weltkrieges ging es kaum weiter mit dem Ausbau der Anlage. Erst im Jahr 1950 ging es wieder richtig los mit dem Ausbau und der Erweiterung der Anlage. In Zeiten der hohen Energienachfrage der Nachkriegszeit wurde im Jahr 1959 die max. Förderung von 1.420236 t erreicht. 1965 ging Franz Haniel in den Verbund mit der Anlage Jacobi und später erfolgte der Zusammenschluss mit der Anlage Prosper in Bottrop zum Bergwerk Prosper-Haniel. Die Anlage ist heute noch in Betrieb. Kohle wird nicht mehr gefördert, aber durch den 1986 in Betrieb gegangenen Förderberg ist Franz Haniel mit dem Standort Prosper II in Bottrop verbunden. Über diesen ca. 3,7 km langen Schrägschacht werden Abraumberge nach Franz Haniel gefördert. Von hier erfolgt dann die Bergeverbringung auf die Halden Haniel und Schöttelheide. Im Jahr 2018 wird das letzte fördernde Bergwerk in Deutschland, Prosper-Haniel, endgültig geschlossen. Somit wird auch der Standort Franz Haniel dann Geschichte sein.

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